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Auszüge aus zeitgenössischen Veröffentlichungen des Jahres 1961.
Presserummel 1961:
Der neue Citroën ami 6
Anfang des Jahres 1961 hatten sich die Gerüchte bis in die deutsche Fachpresse
herumgesprochen: In den Pariser Citroën-Werken plante man eine neue Baureihe.
Doch angesichts spärlicher Informationspolitik am Quai de Javel konnte auch die
damals renommierte Zeitschrift HOBBY noch im Februar des Jahres nicht mehr als
Vermutungen anstellen.
Unter der Überschrift Was bringt das Autojahr 1961 sahen die Stuttgarter Journalisten den künftigen ami 6 als 3CV: Vorne ein wenig DS19, hinten ein wenig mehr Ford Anglia, 600ccm und Frontantrieb.
Wie diese Zeichnung der Heckansicht zeigt, war das endgültige Aussehen des ami 6 noch im Mai 1961 für HOBBY
reine Spekulation. Und auch im Innenraum sollte es in Wirklichkeit anders aussehen, wenngleich das Einspeichenlenkrad und die Tachoeinheit schon ganz nah am Original waren!

Detaillierte Darstellung: Technische Unterschiede zwischen den beiden Boxermotorblöcken, und die neue Konstruktion der Antriebswellen.
Schnittzeichnung von René
Bellu in der Zeitschrift HOBBY.
Vom deutschen
Automobilgeschmack lösen. Großer Test in mot 9/61
HOBBY-Aufmacher vom Mai 1961.
Ganze drei Monate später war man mit Informationen noch immer spärlich bedient. Lediglich eine Aufnahme der Seitenansicht stand werksseitig zur Verfügung. Für HOBBY "eine Unsitte, die die guten alten Bräuche auf dem Automarkt in Unordnung bringt. Zweifellos ein Zeichen der auf dem
Automarkt herrschenden Unsicherheit." Trotzdem zeigte man sich im Bericht ami 6 - der große kleine Citroën vom Mai 1961 versöhnlich. Wenn man auch über das Äußere wie fast immer bei Citroën geteilter Meinung sein könne, so sei der Neue doch ein vernünftiges und zweckmäßiges Auto mit exzellentem Innenkomfort. Schon sehr detailliert wusste HOBBY über die technischen Innovationen des nun offiziell als ami 6 bezeichneten Fahrzeuges zu berichten. Fahrwerksseitig
herausgehoben waren die neuen Horizontal-Stossdämpfer (die später auch in
der Ente zum Einsatz kamen) und der endlich im Vergleich zum 2CV
modifizierten Vorderachse mit doppelten Gelenkwellen.
Als beträchtliche Verstärkung sah HOBBY gar den nun auf 600ccm gebrachten
Motor mit seinen "18 reellen PS". Auf die abschließende Frage ob der neue
Citroën denn wie seine Stammesgenossen wirklich eine Sensation sei, blieb
die Antwort ausweichend: "Weder das eine noch das andere, sondern eine
sehr vernünftige Synthese zwischen den vielbestaunten Großen und den
vielbelachten Kleinen." Allein vom Preis werde es abhängen - so HOBBY
weiter - ob der Wagen nur Liebhaber oder breite Konsumentenschichten
interessieren wird.
Auch AMS berichtete: Wir fuhren Citroën ami 6 war in Heft 14/1961 zu lesen. Der reichlich bemessene Innenraum und das stärkere Antriebsaggregat fanden durchaus lobende Worte.
In Deutschland
gewöhnungsbedürftig: Die weiche Federung des AMI 6.
Dass im Jahre 1961 gerade das Preisargument angesichts geringer Löhne wichtig war, ist selbstverständlich. Gerade auf dem umkämpften Kleinwagensektor wurde der Preis schnell zu einem Totschlagargument. Und Citroën hatte den ami 6-Preis mit fast 5500,-DM deutlich über vergleichbaren Fahrzeugen angesetzt.
So verwundert es nicht, dass der Test MOT prüft Citroën ami 6 vom September
1961 vor allem auf den Preis Bezug nahm. "Wenn der Generaldirektor eines
deutschen Werkes einen 600ccm-Wagen anbieten wollte, würde man ihn am
gleichen Tag in Pension schicken, und das nicht zu Unrecht."
So stand es gleich als Einleitung geschrieben! Überhaupt scheint man bei mot
den hohen Preis des ami 6 arg persönlich genommen zu haben. Technisch gesehen
sei er ein 2CV mit modernisierter Karosserie und etwas mehr auf Komfort getrimmt.
Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass die Karosserie nicht nach
Geldschrank-Idealen wie man sie bei uns gewohnt sei, gebaut ist.
Der Wagen mache keinen Hehl daraus, dass er aus dünnem Blech sei. Eine
eigenartige Mischung aus Primitivität und Zweckmäßigkeit wollte mot im ami 6
erblickt haben. Allerdings durchaus elegant serviert. Jedenfalls dann, wenn man
einen Nerv für simple Eleganz der Zweckform habe. Um ihn zu genießen - so
formulierte es mot im Schlusswort - müsse man sich in vieler Beziehung vom
deutschen Automobilgeschmack lösen.
Ein fast vernichtendes Urteil war gesprochen!
Geradezu liebevoll im November 1961 dann HOBBY mit dem im Stil der Zeit
aufgemachten Bericht Mon ami - ami 6. Motto: Unbekannte Schöne im Petticoat testet ami 6 auf Herz und Nieren. Die ungewöhnlichen Aufnahmen der Fotostory
unterstrichen die aussergewöhnlichen Eigenschaften des Fahrzeuges. Wo zunächst
Skepsis herrschte (Na schön bist du ja gerade nicht! da haben sie wohl was weggeschnitten) resummierte HOBBY: Der kleine ami 6 sei inzwischen ein echter Freund geworden. Mit all seinen großen Vorzügen und kleinen Schwächen.
"Häßliches Entlein hat sich gemausert: ami 6 - der große kleine Citroën.
ami6 im HOBBY-Test!
"Na, schön bist du ja gerade nicht!"
"Oder sollte das abgeschnittene Hinterteil
einen Sinn haben?"
"Also doch sinnvoll! Man kann in diesem viertürigen Kleinwagen auch hinten bequem sitzen ohne den Kopf einziehen zu müssen!"
"Die Vorderachse sthet ja ganz schief. Ach so, die Vorderräder legen sich in die Kurve wie beim Motorrad."
"Jetzt habe ich gar nicht gemerkt, daß ich auf einen Randstein gefahren fuhr. Die Kinderwagenfedern bewähren sich tatsächlich!"
Sparsames Auto: HOBBY testete!

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