
Paris
1955: Der erste Wagen am Abschlepphaken war ein Citroën 2CV
Sein Besitzer hatte das traurige
Vergnügen als erster Abschleppgebühren zu zahlen!
Pariser Stadtgeschichte schrieb der 2CV
auch in einem für alle Autofahrer weniger erfreulichen Bereich: Mit der
Operation "Enlèvement" (was soviel heisst wie Abschleppen)
begann die Stadt Paris in einen Bereich vorzustossen, der bis dahin nur
den professionellen Autoknackern im Verborgenen vorbehalten war! Denn
das Kidnapping von Autos war in Paris eine schwierige Angelegenheit. Das
merkte auch die Besatzung eines kleinen grauen Abschleppwagens in den
frühen Morgenstunden des 3.Oktober 1955, als sie an einer Kreuzung im
VIII. Arrondissement zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt ein Auto
an den Haken nahm: Ungeachtet des aufkommenden Zorns der Passanten
schritt man zur Tat. Ein vorschriftswidrig abgestellter 2CV war das
erste "Opfer", dem viele weitere folgen sollten!
Schon zwei Stunden später schlug der zunächst
aus 6 uniformierten Beamten bestehende Einsatztrupp an der Kreuzung Rue
de Courcelles/Rue Monceau ein weiteres Mal zu. Und wieder war es ein 2CV
der abgeschleppt wurde. Das Spektakel sollte fortan täglich wiederholt
werden. Weniger glücklich waren natürlich die Pariser Automobilisten
mit der ungewohnten Aktion. "Baut lieber Parkplätze, als eure
Kraft zum Abschleppen aufzuwenden" soll einer von ihnen kommentiert
haben. Bis dahin sollten allerdings noch ein paar Jahrzehnte ins Land
gehen!
Vom November 1955/Almanach des Citroënistes
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